Schwarze Engel Flums
Chronik 1954 - 1994
 

 

Fasnachtsjahre 1969 - 1973

Diese Periode widerspiegelte nochmals die Situation, wie sie sich schon Anfang des Jahrzehntes zeigte. Niemand fohlte sich zuständig, um endlich der allseitig gewünschten Fasnacht neue Impulse zu geben. Nicht zuletzt deshalb zog es die Schwarzen Engel in andere Landesteile. Sie machten Station in Zürich und einmal mehr in Baar. Aber auch ausserhalb der Narrenzeit erweiterten sie den Teilnehmerkreis an Umzügen wie zum Beispiel am ersten eidgenössischen Ländlerfest in Sargans sowie am Herbstfest in Flums
 


Das Jahr 1973 stellt dann sowohl für die Schwarzen Engel als auch für die Schüler und die Lehrer von Flums ein einschneidendes Ereignis dar. Einerseits ermöglichte eine Einladung aus dem deutschen Säckingen die erste Auslandreise zum bisher grössten Narrentreffen. Am Umzug trieben acht Teufel und andere Butzi ihr Unwesen.

Natürlich wurde auch ein Teilnehmer für den Zunftmeisterempfang abdelegiert. Wie bereits früher einmal ging das Unterfangen geräuschvoll in die Hose. Die Gründe, weshalb der mitgenommene Käselaib mit dem schönen Holzbrettchen dem Gastgeber nicht überreicht werden konnte, sind angeblich nicht näher bekannt. So kamen die Teilnehmer auf der Rückfahrt zu einem unverhofften Chäs-Zvieri. Der besagte Schwarzen Engel liess sich seither nie mehr als Abgeordneter bestimmen.
 


Andererseits sank die Fasnachtsbegeisterung zu Hause auf den Nullpunkt. Drückten doch am heiligen Fasnachtsmontag die Schüler von Films die Schulbank. Dank dem Eingreifen der Schwarzen Engel war dies aber das erste und das letzte Mal der Fall. Die wilden Teufel jagten Schüler und Lehrer kurzerhand aus den Schulräumen auf die Strasse. Erstaunlicherweise protestierten weder die Kinder noch die Lehrer. Hingegen bedeutete das Ereignis für den Schulpräsident nicht gerade das Gelbe vom Ei. Im Verlauf der unverzüglich durchgeführten Verhandlung mit den Schwarzen "Tätern" im Lehrerzimmer konnte schliesslich der Vorsteher das Tun mit seinem Gewissen doch noch vereinbaren und komplimentierte die Gaschi zum Loch hinaus. Seither ist der Narrenmontag in festen Butzihänden.

Eine weitere Erstaufführung erlebten die Schwarzen Engel im Laufe dieses Jahres. Voller Stolz liessen sich die Teufel von einem Fernsehteam aus dem deutschen Köln in den Ruinen von Gräpplang ablichten.
 


Damit wurde das erste Kapitel der Schwarzen Engel abgeschlossen. Es dauerte genau 20 Jahre. Man darf es mit gutem Gewissen kundtun. Die Schwarzen Engel trugen in dieser Zeit viel für die Erhaltung des Brauchtums bei. Ohne sie hätte es im Flums wohl kaum mehr eine Strassenfasnacht gegeben.