Schwarze Engel Flums
Chronik 1954 - 1994
 

 

Fasnachtsjahre 1977 - 1982

Dieser Zeitabschnitt stand ganz im Zeichen der Festigung und Vervollständigung der noch jungen Hofnarrentradition Jährlich öffneten die Schlüsselgewaltigen am
letzten Novembersamstag den Narrenkäfig, befreiten die Hexe von ihrem dunklen Sommerdasein und wählten den neuen Hofnarren.

Die Ehre kam nach Pius I. - 1978 Marthi Alois (Alois l.), 1979 Hauenstein Heinrich (Heinrich l.), 1980 Bless Alois (Alois ll.), 1981 Eberle Leonhard (Leonhard l.) und
1982 Bartholet Alois (Alois Ill.) zuteil. Sie alle amteten getreu ihren Pflichten. So führten sie nebst der Käfig-Öffnete und der Käfig-Bschlüssete auch das immer wieder zum Schmunzeln Anlass gebende Gansessen und die feuchtbegehrte Weinprobe durch. Hofnarr Alois l. erhielt als erster Siegelhalter in seinem Amt das
Recht zu siegeln.

Durch die originellen und nicht immer alltäglichen Ideen waren die Schwarzen Engel im In- und Ausland gern gesehene Gäste. Sie butzneten in der Folge im deutschen Säckingen, in Flums, in Sargans und einmal mehr in Baar. Ausserhalb der Narrenzeit nahmen sie auch an den Umzügen des Schwing- und Älplerfestes in      St. Gallen und am Jodlerfest in Vilters teil. Im Jahre 1977 standen die Schwarzen Engel bereits im Januar im Einsatz. Das ganze Sarganserland und auch Flums erwarteten den frisch gewählten Bundespräsidenten Dr. Kurt Furgler zum Kurzbesuch.
Kaum war der Vorsteher des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartementes will kommen geheissen, nahmen ihn die Teufel kurzerhand in die Zwinge und liessen träfe Sprüche fallen. Das war natürlich ein Fressen für die zahlreich anwesenden Fotografen und Filmteams.


Prompt konnten sich die Akteure am Abend am Fernsehen wiedersehen. Daneben schnitzte Hugo Reichlin eine Holzlarve für den hohen Gast. Im Herbst wurde diese dann von den Schwarzen Engeln überreicht. Natürlich geschah dies anlässlich eines Besuches im Bundeshaus.

Beim Mittagessen spitzten sowohl der Bundespräsident als auch Cocco l. die Zunge zu Ansprachen wider den tierischen Ernst. Übrigens zierten die Flumser Narren ihre blauen Blusen mit einem kleinen Blumensträusschen. Dem Vernehmen nach geschah dies bis heute das erste und das letzte Mal.

Im folgenden Jahr gaben die Schwarzen Engel die Fasnachtszeitung mit neuem Aussehen heraus. Der begnadete und weitherum bekannte Künstler Kurt Metzler
versah "D'Hächlä" mit Zeichnungen von ihm.
Rechtzeitig zum Frühlingsanfang unternahmen die Schwarzen Engel einen Ausflug ins Blaue nach Schönhalden, so quasi zum 25. Jubiläum. Damit schlossen sie die
Narrenzeit des Jahres 1979 endgültig ab.
Auch im folgenden Jahr liessen sie sich wieder herumkutschieren. Diesmal hiess das Ziel Vättis. Dieser Anlass wurde spontan dazu benutzt, um dem beliebten
Schülerrchörli-Flumserberg als Bluse Götti und Gotte zur Verfügung zu stehen.

Im Mai 1982 war Pflanzzeit. Erinnern wir uns an die Fasnacht von 1956. Damals fällten die Schwarzen Engel den auf dem Postplatz stehenden Birnbaum und versprachen, an einem von der Gemeinde zu bestimmenden Ort wieder einen jungen Baum zu pflanzen. Das Versprechen haben nun die Schwarzen Engel nach einem Vierteljahrhundert eingelöst. So pflanzten sie zur Freude der Kirchgänger in der Nähe der Pfarrkirche einen 3,5 m hohen Tulpenbaum. Wohl gedeih.


Jährlich treffen sich die Hofnarren rechtzeitig vor der Käfig-Öffnete zu einer Hofnarrenklausur. Es ist an der Zeit, einmal einen kleinen Blick in eine solche Klausur zu werfen. Hinter verschlossener Türen geht man nach Einnahme des traditionellen Hofnarrentopfes im Pöstlikeller den eigentlichen Geschäften nach.


Löffelgalerie für Hofnarrentopf


Schiegelschrein

Vor allem steht das Vorschlagen eines neuen Hofnarren im Mittelpunkt. Dann gehören aber auch Vorbereitungen für die nächste Fasnacht sowie der "DHächlä" und allfälliges Bestimmen von Rechten und Pflichten der Schwarzen Engel und Hofnarren zu. ihrem Aufgabenkreis. Da kein offizieller Aktuar zur Verfügung steht, handhaben sie ein einfaches Abkommen. Demnach übernimmt jener Hofnarr die Protokollführung, welcher am Schluss noch am besten schreiben kann. Das unter dieser Voraussetzung zustande gekommene Beschlussprotokoll wird in die hölzerne Bschlusstruggä gelegt und vom amtierenden Hofnarren sorgfältig zugeschlossen und versiegelt Das Siegel wird dann an der Käfig öffnete vor allen anwesenden Leuten gebrochen, damit das Geheimnis um den Vorschlag des neuen Hofnarren gelüftet werden kann.

Ein solches Vorgehen führte am letzten Novembersamstag zur Wahl von Rupf Alois zum Hofnarren Alois IV für das Jahr 1983.