Schwarze Engel Flums
Chronik 1954 - 1994
 

 

Fasnachtsjahre 1983 - 1988

Die Schwarzen Engel bildeten in dieser Zeit nach wie vor einen festen Bestandteil an den Flumser Narrentagen. Keiner der inzwischen regelmässig durchgeführten Fasnachtsumzüge der Fasnachtsgesellschaft kam an den unwesentreibenden Teufeln oder an den Chäs - und Chrüterwyber vorbei. Natürlich neckten sie die Zuschauer auch mit kleineren Butzigruppen und Einzelmasken, wie etwa dem Geldscheisser, dem Truggächrämer oder den Himpäläri.


Mit stattlichen Formationen begeisterten die Schwarzen Engel die Fasnachtsfreunde auch an Umzügen in Baar und über dem Bodensee in Salem.



In dieser Periode lag das Geschehen in den Händen der Hofnarren - 1983 Rupf Alois (Alois IV 1984 Jäger Ruedi (Rudolf l.), 1985 Reichlin Hugo (Hugo l.), 1986
Eberle Roland (Roland l.), 1987 Thoma Max (Maximilian l.) und Rinderer Hans (Johann l.).
 


Gemäss Pflichtenheft haben die amtierenden Hofnarren die alten und jungen Menschen von Flums zu beschenken. So besuchen sie mit Gefolge und mit inniger Freude kurz vor der Fasnacht das Altersheim. Bei grossem Gaudi unterhalten sie die Insassen und verleiten diese zu allerlei Spässen.

Hau den Lukas haute dann auch fast alle Anwesenden von ihren Stühlen. Oder wie wär's mit einem Tellschuss? Am schmutzigen Donnerstag sind schliesslich die Kinder an der Reihe. Diese Jungnarren gelangen in den Genuss von Wurst und Brot. Dem Gedränge nach scheint dieser Brauch von den Kindergärtnern sehr geschätzt zu sein.

Die Familie der Schwarzen Engel wuchs in der Folge ständig an. Das machte 1983 die Erweiterung des Pöstlikellers notwendig. Er ermöglicht nun gut 70 Personen, das Geschehen vor Ort mit zu verfolgen.

Im Jahre 1984 jährte sich die Geburtsstunde der Schwarzen Engel zum 30. und jene der Hofnarren zum 10. Mal. Einerseits bot dies Anlass, die Hofnarren mit einer
"Gala-Uniform" einzukleiden. Andererseits führte ein Jubiläumsausflug die Schar in die Innerschweiz. Man genoss diese Stunden sichtlich.


Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz wurde Hugo Reichlin in einer geheimen Klausur zum neuen Hofnarren vorgeschlagen und an der folgenden Käfig-Öffnete mit grossem Beifall auch gewählt.

In den nächsten Jahren standen nicht nur die 18 Teufel der Schwarzen Engel am Flumser Umzug im Mittelpunkt, sondern auch die eigene Fasnachtszeitung. Der
verantwortliche Redaktor der "D'Hlächlä" (Gott erhalte uns Pius l., bestens ausgewiesener Redaktor) wurde kurzum vor den Kadi zitiert. Prompt blitzte ihn das
Vermittleramt wegen eines Artikels mit 200 Franken, welche natürlich aus der Kasse der Schwarzen Engel berappt wurde. An dieser Stelle sei allen Sprücheklopfern, Herstellern und Verkäufern der Fasnachtszeitung herzlich danke gesagt.

Nach einem kleinen Sommerausflug der Schwarzen Engel nach Hintergoldigen gingen die Hofnarren 1986 nicht wegen, sondern mit ihren Angetrauten buchstäblich in die Luft. Tante JU 52 brummte die erlauchte Gaschi von Dübendorf über den Säntis und über das Sarganserland zum Ausgangspunkt zurück.


Zum ersten mal nahm eine Delegation der Schwarzen Engel an der Fasnachtseröffnung in Urdorf teil. Seither besucht man sich gegenseitig periodisch.

Im Sommer 1987 folgte der harte Kern der Schwarzen Engel einer Einladung des amtierenden Hofnarrs Maximilian l. auf die Alp Tüls. Unter der Regie des Junkers Maximilian von Tüls leistete man tagsüber harte Holzerarbeit. Mit dem gleichen Eifer läutete man später beim Eindunkeln die Kristallglocken. Auch dieser Anlass wurde darauf fest in den eigenen Terminkalender aufgenommen.


Junkersbraut von Tüls mit Gästen


Richtfest auf Tüls

Schliesslich führte 1988 die zur Tradition gewordene Fahrt ins Blaue auf den Bodensee, Diesmal war ausnahmsweise auch der amtierende Hofnarr mit von der Partie, im Gegensatz zur Fasnachtszeit, wo sich Johann l. gänzlich in die Grippe verliebte.

Ende November traf man sich wie gewohnt zur Käfigöffnete. An diesem Anlass nahmen vermehrt auch Gäste aus dem In- und Ausland teil. Längst gehörte auch eine Gerichtsverhandlung zum Zeremoniell des Abends. Nebst den Sündenböcken aus den eigenen Reihen wurden mitunter auch Gäste in die Zwinge genommen. Prominentestes Opfer dürfte wohl Wysel Gyr gewesen sein. Er hat sich wegen unzuverlässigem Erscheinen zu verantworten. Aber auch als Richter ist man von einem Prozess nicht gefeilt. Das gleiche trifft auch für weiblichen Begleiter der Schwarzen Engel zu. Zu diesem Zeitpunkt über nahm Richter Balthasar das Heft der Paragraphenreiter aus den Händen von Richter Maximilian.


Der Richter in der Zwinge


Die Angeklagte wird vorgeführt